Jede dritte Firma von einem Fremden gegründet

Von Januar bis Juni 2007 haben sich über 18 000 Firmen neu im Handelsregister eintragen lassen. Das sind 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist ein Grün­dungsboom, der alle bisherigen Rekorde bricht. Verantwortlich dafür ist nicht nur die gute Wirt­schaftslage und Konjunktur, son­dern auch, dass der Standort Schweiz im internationalen Ver­gleich beliebter wird.

Jede dritte Firma wird von einem Ausländer gegründet. Davon ma­chen Deutsche fast 20 Prozent aus. Sie führen die Ausländerstatistik bei den Firmenneugründungen im ersten Halbjahr 2007 an, gefolgt von Staatsangehörigen Italiens und Ex-Jugoslawiens. Und: Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Firmengründungen von Deut­schen und Franzosen überdurch­schnittlich zu, während die Grün­dungen mit Herkunft Italien und Ex-Jugoslawien weiter zurück­gingen (siehe Tabelle). Am häu­figsten gründen Ausländer in den Kantonen Genf, Basel-Stadt, Waadt und Zug neue Firmen. Das be­legt eine Studie der Wirtschafts­auskunftei Dun&Bradstreet. An­hand aller im Handelsregister eingetragenen Firmen wurden die Daten von 2006 und 2007 unter­sucht.
(…)

Ausländer hauptsächlich in der Chemie- und Pharma-Industrie
Die Positionen innerhalb des Ran­kings verschieben sich, wenn man bei den Neugründungen unter­scheidet nach Kapital- und Per­sonengesellschaften. Bei letzteren mit der Rechtsform Einzelfirma nehmen die Staatsangehörigen aus Ex-Jugoslawien den Spitzen­platz ein, gefolgt von Italien und Deutschland. Aktiengesellschaf­ten und GmbHs gründen haup­tsächlich Deutsche, Italiener und Franzosen. Dabei sind wohl die Motive für eine Firmengründung unterschiedlich: Während für Deutsche Steuer- und Standort­vorteile im Vordergrund stehen, dürfte es für Menschen aus Ex-­Jugoslawien eher die Existenzsi­cherung, etwa das eigene Beizli, sein.
Die meisten von Ausländern neu gegründeten Firmen finden sich in den Branchen Chemische Industrie und Pharma, sowie im Gastgewerbe und Handwerk. Um­gekehrt sind typisch schweizeri­sche Branchen mit tiefem Ausländeranteil bei Gründungen Holz- und Möbelindustrie, Ar­chitekturbüros, Immobilienmakler und -verwaltungen. Bezogen auf alle Gründungen ist die Anzahl der Firmen vor allem in den Bereichen Personalvermittlung, Holz- und Möbelindustrie sowie Immobili­enmakler und -verwalter gestiegen. Für das ganze Jahr 2007 er­warten die Analysten von Dun& Bradstreet vier Prozent mehr oder insgesamt rund 35 000 Firmen­gründungen. Bei den Firmen­konkursen gehen sie hingegen von einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr aus. Sie erwarten, dass insgesamt etwa 4000 Firmen in Konkurs gehen werden.

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(Quelle: Sonntags Zeitung, Autorin: Andrea Fiedler)

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